16 Days of India

    Thomas Washing hands (1 of 1)

    16 Tage war Guts for Change diesmal in Indien.

    Das waren nicht nur 16 Tage voll mit Roti, Chapati, Lassi trinken und Riksha fahren, sondern auch zwei Wochen intensiver Arbeit.

    Nach den zwei Wochen war ich ziemlich kaputt. Und ziemlich glücklich.

    In diesem Artikel möchte ich Dir ein kurzes Update dazu geben, was wir in den 16 Tagen Indien gemacht haben – nicht dass es am Ende heißt wir wären im Urlaub gewesen.

    Holy Shit

    Teil unserer Mission war Sh**. Wie immer wenn wir in Indien sind. Im nächsten Guts for Change Dokumentarfilm wird es wieder um die globale Sanitärkrise, Pee, Poo und zu Kornkammern umfunktionierte Toiletten gehen. In der Doku gehen wir der Frage nach warum es in Indien mehr Tempel als Toiletten gibt, verbinden das Ganze mit einer spannenden Aktion und engagieren uns natürlich auch in unserem eigenen Projekt, um einen kleinen Beitrag zum Change zu leisten. Entsprechend haben wir unsere Zeit fleißig genutzt um zu filmen, zu interviewen, Dir in unseren Riksha Shit-talks ein authentisches Bild von der Situation vor Ort zu vermitteln und „Guts for Change – Holy Shit“ vorzubereiten.

    Darewadi

    Ein weiterer Teil unserer Mission war es dem Projekt in Darewadi einen Besuch abzustatten und zu überprüfen was mit den Spendengeldern geschehen ist. Als wir 2012 aus Indien abgereist sind, waren nur 6 der 10 Toiletten fertiggestellt, die im ersten Projektteil gebaut werden sollten. Dieses Mal waren es bereits 35 Toiletten.

    Die Nutzer der Toiletten wurden interviewt ob sie zufrieden sind mit den Toiletten, die GIS Daten der Toiletten wurden genommen und wir haben überprüft welche Toiletten in Benutzung waren und welche nicht.

    Diese Informationen haben wir zu unserem Projektpartner in Pune zurückgetragen und Feedback gegeben, wo gute Arbeit geleistet wurde und wo noch etwas getan werden muss. (Ein detailliertes Projektupdate findest Du auf dem Non-Water Sanitation Blog)

    Da wir im Dorf übernachtet haben, bin ich nun auch endlich mal in den Genuß gekommen die Toilette „richtig“ zu benutzen. Und ja, ich war sehr froh, dass eine Toilette da war.

    Sevadham Adivasi Ashramshala Residential School

    Der zweite Projektbesuch, den wir während unserer Zeit in Indien gemacht haben, war bei dem neuen Projekt, das wir wieder in Kooperation mit der German Toilet Organization und dem Sevadham Trust in Indien durchführen.

    Bei unserem Projektbesuch haben Roman und Sven (die Change Architects) das Gelände vermessen, lokale Baumaterialien recherchiert und mit lokalen Partnern gesprochen (etwa unseren Freunden von Bluewiss), damit wir im September / Oktober mit dem Bau von 16 Ecosan-Schultoiletten und Schlafunterkünften für bis zu 400 Schüler beginnen können.

    Wir haben Lehrer und Schüler interviewt und sie befragt, wie sie sich das Projekt vorstellen und welche Anforderungen sie an die Toiletten und den Wohnraum haben. Mit den Kids wurde eine Bauruine aufgeräumt in der für ein Testprojekt Urinale angebracht werden sollen und mit einem Bagger wurde innerhalb von ein paar Minuten die Grundlage für einen „Kitchengarden“ – einen Gemüsegarten angelegt, in dem die Düngung mit Urin getestet werden kann.

    Looking Ahead….

    Sich von Projekt zu Projekt zu hangeln ist grundsätzlich nicht verkehrt, wenn man dabei nicht die langfristige Vision aus dem Auge verliert.

    Unsere langfristige Vision ist es nachhaltige Projekte zu starten, die sozial, ökologisch und finanziell nachhaltig angelegt sind.

    Dafür müssen Strukturen und Systeme geschaffen werden, die dazu beitragen, dass wir unserem Ziel auch näher kommen, wenn wir nicht in Indien anwesend sind. 

    Aktuell sehen wir dafür verschiedene Notwendigkeiten:

    1. Wir müssen eine nachhaltige Finanzierung für unsere Projekte finden. Diese kann aus den Einnahmen aus einem Social Business kommen. Sie kann aber auch von den Nutzern der Toiletten kommen und beispielsweise durch Mikrokredite unterstützt werden.
    2. Wir müssen uns darauf konzentrieren andere beim Aufbau von Kapazitäten zu unterstützen. Selbst überall Toiletten bauen zu wollen ist mit unseren aktuell begrenzten persönlichen Ressourcen nicht möglich. Was wir aber tun können, ist NGOs und Träger vor Ort auszubilden, damit sie ihre eigenen Projekte umsetzen können. Über die Trainings könnten wir unser Wissen und das Wissen unserer Partner wie die Ecosan Services Foundation, der German Toilet Organization und Bluewiss verbreiten.
    3. Wir müssen eigene Kapazitäten in Indien aufbauen. Konkret bedeutet das, dass wir zumindest Teilzeit eine Person in Indien beschäftigen müssen, die uns bei unserer Arbeit vor Ort unterstützt, die Landessprache spricht und sich mit Personen treffen kann. Egal ob es darum geht Sponsoren zu finden oder Partnerschaften aufzubauen – in Indien trifft man sich am besten und spricht von Angesicht zu Angesicht darüber.

    Was haben wir getan um unserem Langzeitplan gerecht zu werden?

    Wir haben uns mit einer netten Dame vom Deutschen Generalkonsulat in Mumbai getroffen und konnten zufälligerweise auch gleich noch dem deutschen Botschafter von unserem Projekt erzählen. Wir haben auf einer Gala unseres Sponsoren Swapnil über Sanitation gesprochen und Kontakte zu Stiftungen in Indien hergestellt.

    Wir haben mit NGOs und Mikrofinanzinstitutionen gesprochen. Wir haben von Sevadham einen kostenlosen Büroarbeitsplatz für unsere ersten Mitarbeiter versprochen bekommen und wir haben uns mit Bluewiss beraten wie wir unser Recruiting bündeln können und mit welchen Microbusinesses Communities ihre Toiletten finanzieren könnten.

    Alles in allem waren es zwei super dicht gepackte Wochen. Gerade noch so haben wir es auch geschafft einen Halbmarathon mitzumachen und bei unseren Freunden von Teach for India an zwei Schulen zu gehen und zu präsentieren.

    Ich freue mich schon jetzt auf mehr Indien. Und darauf, dass unsere Projekte weiter vorankommen. Und natürlich auch auf

    Chapati und

    Lassi und

    Roti.

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