72 Tage in einem T-Shirt – eine kurze Evaluation der Ausrüstung

    Man sagt ja man gewöhnt sich an alles. Auf das Radfahren trifft das auf jeden Fall zu. In den ersten 30 Tagen ist vieles zur Routine geworden was am Anfang anstrengend war. Das Zelt aufbauen. Das Zelt abbauen. Das Fahrrad be- und entladen. Und natürlich das Fahren selbst. Außerdem haben wir nach einem Monat im Sattel einen ersten Eindruck davon bekommen welche Ausrüstungsgegenstände wir tatsächlich brauchen. Und natürlich auch, welches Equipment wir völlig überschätzt haben.

    Das Equipment – die größten Überraschungen

    Die Investition in gepolsterte Radhosen hat sich nicht ausgezahlt.

    Ich trage normale Unterwäsche und fühle mich darin wesentlich wohler. Meinem Gesäß geht es gut. Ich fahre den Großteil der Zeit im Stehen. Die windelartigen enganliegenden Höschen sind und bleiben wohl einfach Geschmackssache.

    Das zweiundsiebzig Tage Shirt

    Das Funktionsshirt aus Merinowolle ist unbezahlbar. Der Hersteller wirbt damit, dass ein Bergsteiger es an zweiundsiebzig aufeinanderfolgenden Tagen anhatte ohne es zu waschen und er nicht vor Gestank ohnmächtig wurde. Angeblich hat er sich sogar dann noch wohl darin gefühlt. Mein Maximum waren bisher vier aufeinanderfolgende Tage und Nächte. Und soweit ich das beurteilen kann, war das Shirt so atmungsaktiv, dass ich mich damit immer noch in die Zivilisation trauen durfte.

     Discounter Zelte

    Wir haben vier Lidl Zweimannzelte gekauft und insgesamt 60,- € gezahlt. Dafür ernteten wir einiges an Spott. Mein Bruder, der regelmäßig Outdoor Touren macht, erklärte uns für naiv. Damit würden wir es nicht mal bis an die tschechische Grenze schaffen. Überraschenderweise schlagen sich die Zelte bisher ausgesprochen gut und erfüllen voll und ganz ihren Zweck.

    Das zweite Paar Schuhe

    Wenn es regnet fährt man ständig in nassen Schuhen. Abends in ein paar trockene Schuhe schlüpfen zu können ist Luxus. Auf meine Stoffschuhe würde ich ungern verzichten – und das obwohl ich ursprünglich dachte, dass es Unsinn wäre ein zweites Paar Schuhe mitzunehmen.

     

    Was ich sonst noch so dabei habe….

     

    Kleidung

    3 Hosen: Ich habe zwei lange und eine kurze Hosen dabei. Eine lange Hose nehme ich zum Radfahren. Wenn es zu heiß wird, wechsele ich zur kurzen Hose. Die zweite lange Hose ist dem Gebrauch in der Zivilisation vorbehalten und ich krame sie nur raus, wenn wir in der Stadt sind.

    2 Pullover: Ein Pullover zum Radfahren und einer als Dämpfung für mein Notebook bzw. zum Anziehen in der Stadt oder für besonders kalte Tage. Hier habe ich bereits von ursprünglich vier Pullovern reduziert.

    5 Tshirts: Neben dem Merinowolle Shirt habe ich zwei Poloshirts und zwei normale Shirts dabei. Die brauche ich vor allem in der Stadt oder zum Schlafen. Zum Fahren eignet sich das Merinowolle Shirt bisher am besten.

    Braucht man fünf Tshirts? Wahrscheinlich nicht. Bei der nächsten Gewichtsreduktion scheiden wahrscheinlich zwei Shirts aus.

    1 Jacke: Bisher bin ich mit der leichten Jacke, die ich mir als Student für zwanzig Euro in Paris gekauft habe gut ausgekommen. Keine Hardshell Jacke, keine wasserabweisenden Technologien oder ähnliches. Mir für dreihundert Euro eine Hightech Jacke zu kaufen, hätte sich bisher noch nicht ausgezahlt.

    1 Regenmantel: Hier hätte ich mehr investieren können. Der Aldi Regenmantel ist beim ersten Regen an allen Ecken und Enden eingerissen. Trockengehalten hat er mich aber trotzdem. Nachdem ich ihn mit Klebeband repariert habe, hat er aber besser trockengehalten als die Regenjacken meiner  Mitstreiter.

    Socken: Lieber ein Paar zu viel als zu wenig mitnehmen. Ich habe fünf Paar dabei und werde noch Socken dazukaufen.

    Boxershorts: Lieber ein Paar zu viel als zu wenig.

    Gadgets

     

    USB Ladegerät im Lenker

    Der USB Charger im Lenkrad funktioniert erst ab 14 km/h. Dann funktioniert er allerdings auch super. Am häufigsten Lade ich auf der Fahrt mein Handy nach. Wenn ich es ausschalte und zwei Stunden fahre, dann ist es danach wieder vollgeladen. Ein tolles Spielzeug.

    Akkupack

    Wir haben ein Akkupack dabei mit dem man alle möglichen Geräte laden kann. Mit dem vollen Akku kann ich mein Smartphone zweimal aufladen. Ein ziemlich nützliches Gerät

    Solarpanel

    Das Solarpanel ist bisher noch nicht wirklich zum Einsatz gekommen. Da wir tagsüber immer die Gelegenheit haben unsere Geräte wieder irgendwo aufzuladen, ist es bisher relativ überflüssig. Ich bezweifle, dass wir das Solarpanel nochmal wirklich brauchen werden.

    Smartphone

    Auf jeden Fall empfehlenswert. Mit einem Smartphone hat man von offline Karten über Notizbuch und Diktiergerät alles dabei. Auf mein Samsung Nexus würde ich nur ungern verzichten

    Alles in allem würde ich sagen, dass ich auf einen nicht unbeachtlichen Teil meiner Ausgaben vorab hätte verzichten können. In Zukunft würde ich prinzipiell immer erstmal mit weniger Gepäck starten und dann bei Bedarf unterwegs dazukaufen.

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